Die thermische Phasenverschiebung ist die Zeit, die Wärme benötigt, um eine Wand von außen nach innen zu durchdringen. Bei Hanf-Kalk-Systemen ist dieser Parameter einer der Hauptfaktoren für den sommerlichen Komfort, weil er den Eintrag der durch Sonneneinstrahlung tagsüber erzeugten Wärme verzögert und abschwächt.
Was ist die thermische Phasenverschiebung?
Während der Wärmedurchgangskoeffizient den Wärmefluss unter stationären Bedingungen beschreibt, misst die thermische Phasenverschiebung die zeitliche Verzögerung, mit der eine Wärmewelle unter realen täglichen Zyklusbedingungen durch die Wand wandert. Grundlage sind dynamische Berechnungsansätze, wie sie auch in der Norm UNI EN ISO 13786 und in den von ENEA veröffentlichten technischen Unterlagen zur Energieeffizienz von Gebäuden behandelt werden. Bei einer Wand mit hoher Phasenverschiebung erreicht die äußere Wärmespitze der heißesten Nachmittagsstunden den Innenraum erst viele Stunden später, wenn die Außentemperaturen bereits gesunken sind. Dieses Verhalten hängt von der Masse des Materials, seiner Dichte, seiner spezifischen Wärmekapazität und der Wanddicke ab.
Werte der thermischen Phasenverschiebung der Biomattone®-Blöcke
Das technische Datenblatt der Biomattone®-Blöcke gibt für jedes Format des Sortiments die thermische Phasenverschiebung ohne Putz an. Mit zunehmender Blockdicke steigt die Phasenverschiebung daher deutlich:
| Gebinde | Dicke | Thermische Phasenverschiebung | U-Wert (W/m²K) |
|---|---|---|---|
| BA20 | 20 cm | 11 h 19 min | 0,21 |
| BA30 | 30 cm | 18 h 14 min | 0,14 |
| BA40 | 40 cm | 25 h 08 min | 0,11 |
| BA50 | 50 cm | 32 h 04 min | 0,09 |
Darüber hinaus weisen die Biomattone®-Blöcke eine Dichte von 310 kg/m³, eine Wärmeleitfähigkeit λ von 0,044 W/mK und eine spezifische Wärmekapazität von 1.280 J/kgK auf. Zusammen mit der gewählten Dicke bestimmen diese Werte die in der Tabelle angegebene Phasenverschiebung.
Warum die Phasenverschiebung den sommerlichen Komfort verbessert
Bei einer Phasenverschiebung von mehr als 25 Stunden, wie bei den Formaten BA40 und BA50, erreicht die tagsüber von der Fassade aufgenommene Wärme die Innenräume erst in der Nacht, während die Außentemperatur bereits gesunken ist. Dadurch werden die im Haus wahrgenommenen Wärmespitzen während der kritischsten Tagesstunden reduziert und der Bedarf an aktiver Kühlung begrenzt. Ein Bausystem mit guter Phasenverschiebung ersetzt jedoch nicht eine sorgfältige Planung von Verschattung, Lüftung und Gebäudeausrichtung.
Phasenverschiebung und U-Wert: zwei gemeinsam zu betrachtende Parameter
Zwei Wände mit demselben U-Wert können sich im Sommer sehr unterschiedlich verhalten, wenn sie unterschiedliche Massen und Phasenverschiebungen aufweisen. Deshalb sollte die Wahl des geeigneten Biomattone®-Formats gemeinsam mit der technischen Abteilung von TecnoCanapa erfolgen und dabei das lokale Klima, die Fassadenausrichtung und die für das Gesamtprojekt geforderten Leistungen berücksichtigen – nicht nur den winterlichen U-Wert.
Häufige Fragen zur thermischen Phasenverschiebung
Wie hoch ist die thermische Phasenverschiebung von Biomattone® BA30?
Laut technischem Datenblatt weist das Format BA30 mit 30 cm Dicke ohne Putz eine thermische Phasenverschiebung von 18 Stunden und 14 Minuten auf.
Ist eine höhere Phasenverschiebung immer besser?
Eine hohe Phasenverschiebung ist für den sommerlichen Komfort vorteilhaft, die Wahl der Dicke hängt jedoch auch von Klima, Ausrichtung und den konstruktiven Anforderungen des Projekts ab.
Ersetzt die Phasenverschiebung die Wärmedämmung im Winter?
Nein. Phasenverschiebung und U-Wert sind komplementäre Parameter: Erstere beeinflusst den sommerlichen Komfort, letzterer die winterlichen Wärmeverluste.
Einen vollständigen Überblick über die Parameter des Wohnkomforts bietet der Leitfaden zum hygrothermischen Komfort beim nachhaltigen Bauen mit Hanf und Kalk. Informationen zu den verfügbaren Formaten finden Sie auf der Seite Biomattone® oder in den vollständigen technischen Datenblättern.


