Mit Hanf zu bauen bedeutet nicht nur, eine Wand gut zu dämmen. Es bedeutet auch, einen Baustoff zu wählen, der sich über seinen gesamten Lebenszyklus anders verhält. Dieser Artikel fasst die zentralen Themen zu Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit des TecnoCanapa-Bioedilizia®-Systems zusammen – von der CO2-Bindung durch die Hanfpflanze bis zum Lebensende des Biokomposits.
Warum Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit im Biomattone®-System wichtig sind
Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit eines Baustoffs lassen sich nicht mit einem einzigen Wert beurteilen. Zu berücksichtigen sind Herkunft der Rohstoffe, Verarbeitung und Transport. Ebenso wichtig sind Nutzungsdauer, Wartung und Lebensende. Das TecnoCanapa-Bioedilizia®-System setzt bei diesen Themen auf eine erneuerbare pflanzliche Ressource: Hanf. Hinzu kommt ein mineralisches Bindemittel, das mit Rückgewinnungs- und Wiederverwendungsprozessen kompatibel ist.
Hanf als schnell nachwachsender Rohstoff
Industriehanf ist ein erneuerbarer Rohstoff mit einem jährlichen Anbauzyklus. Er ist außerdem ungiftig und von hoher Qualität. Ein Hektar Hanfanbau erzeugt beispielsweise etwa 9 Tonnen Biomasse pro Jahr. Das ist viermal so viel wie ein Hektar Wald. Ein Hektar Hanffaser bindet zudem bei jeder Ernte etwa 15 Tonnen CO2. Darüber hinaus benötigt der Anbau von Industriehanf keine Pestizide und verbessert den Boden.
Biomattone® und Bio Beton®: regenerativer Baustoff mit negativem CO2-Fußabdruck
Eine aktuelle Life-Cycle-Assessment-Studie des Politecnico di Milano hat den Lebenszyklus des Systems untersucht. Die Studie wurde von ICMQ verifiziert und führte zur Veröffentlichung einer Umweltproduktdeklaration (EPD). Daraus ergibt sich ein wichtiger Wert: Biomattone® und Bio Beton® tragen dazu bei, der Atmosphäre je Kubikmeter Produkt zwischen 44 und 105 kg CO2 zu entziehen. Dieser Kohlenstoff bleibt in der Gebäudehülle gebunden. Der Nutzen entsteht durch das schnelle Wachstum der Hanfpflanze, die den Kohlenstoff aus dem atmosphärischen CO2 in ihrem Holzanteil bindet. Dadurch überkompensiert der Einsatz der Hanfschäben die Emissionen über den gesamten Lebenszyklus des Produkts. Das Ergebnis ist ein carbon-negativer und damit regenerativer Baustoff.
Eine Umweltproduktdeklaration folgt einem international anerkannten Standard. Dieser ist in der Norm ISO 14025 festgelegt. Ein solches Dokument macht die Umweltdaten eines Produkts überprüfbar und vergleichbar, anstatt sich auf allgemeine Aussagen zu stützen.
Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit: vom Feld bis zur Wand
Der Produktionszyklus der Hanfschäben ist ein Beispiel für Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Der Energieverbrauch für ihre Verarbeitung ist gegenüber alternativen synthetischen oder mineralischen Dämmstoffen um bis zu 90 % geringer. Darüber hinaus bindet die Hanfpflanze bereits während des Wachstums CO2. Dieser Beitrag zum Klimaschutz erfolgt somit noch bevor die Pflanze zu einem Bauprodukt verarbeitet wird.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Der Atmosphäre entzogenes CO2 | 44 bis 105 kg je Kubikmeter Biomattone®/Bio Beton® |
| Reduzierung des Energieverbrauchs bei der Verarbeitung | Bis zu 90 % gegenüber synthetischen und mineralischen Dämmstoffen |
| Erzeugte Biomasse | Etwa 9 Tonnen/Hektar/Jahr, viermal so viel wie ein Wald |
| Durch den Anbau gebundenes CO2 | Etwa 15 Tonnen/Hektar je Ernte |
Lebensende: ein biologisch abbaubares und wiederverwendbares Biokomposit
Nach Ende seines Lebenszyklus ist das Hanf-Kalk-Biokomposit vollständig biologisch abbaubar und wiederverwendbar. Dies entspricht aktuellen Praktiken zum Umweltschutz und zur Energieeinsparung. Der pflanzliche Bestandteil stammt aus einer erneuerbaren Ressource. Der mineralische Bestandteil ist dagegen mit Prozessen zur Rückgewinnung und Wiederverwendung kompatibel.
Recyclingmaterial und Mindestumweltkriterien (CAM)
Einige Produkte des Systems, darunter Intonaco e Canapa, weisen einen Recyclinganteil von mehr als 20 Gew.-% auf. Dieser Wert ist gemäß UNI/PdR 88:2020 zertifiziert. Normativer Bezug sind die im Dekret Nr. 256 vom 23. Juni 2022 festgelegten Mindestumweltkriterien. Diese Kriterien werden bei öffentlichen Ausschreibungen zunehmend gefordert. Gleiches gilt für Energie- und Umweltzertifizierungssysteme für Gebäude.
Häufige Fragen zu Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit des Biomattone®-Systems
Was bedeutet es, dass Biomattone® und Bio Beton® „carbon negative“ sind?
Es bedeutet, dass diese Produkte der Atmosphäre über ihren gesamten Lebenszyklus mehr CO2 entziehen, als dabei emittiert wird. Der Wert von 44 bis 105 kg je Kubikmeter stammt aus der vom Politecnico di Milano durchgeführten und von ICMQ verifizierten LCA-Studie.
Was geschieht mit dem Biokomposit am Ende seines Lebenszyklus?
Das Hanf-Kalk-Biokomposit ist vollständig biologisch abbaubar und wiederverwendbar. Dieses Ergebnis entspricht aktuellen Praktiken der ökologischen Nachhaltigkeit.
Enthalten Produkte von TecnoCanapa Bioedilizia® Recyclingmaterial?
Ja. Einige Produkte, darunter Intonaco e Canapa, enthalten mehr als 20 Gew.-% Recyclingmaterial. Dieser Wert ist gemäß UNI/PdR 88:2020 zertifiziert.
Zusammengefasst entstehen Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit des Biomattone®-Systems aus der Verbindung eines schnell nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffs mit einem mineralischen Bindemittel, das sich für Rückgewinnung eignet. Weitere Informationen zur Berechnungsmethode und zu den Daten der LCA-Studie finden Sie im Artikel zu EPD und LCA. Außerdem können die technischen Datenblätter der Produkte eingesehen oder das Team von TecnoCanapa Bioedilizia® über die Seite Kontakt kontaktiert werden.


